Schuppenflechte am Kopf – Hausmittel und Naturheilmittel

Psoriasis am Hinterkopf
Psoriasis am Hinterkopf
Psoriasis am Kopf – welche Haus- und Naturheilmittel gibt es?

Der Kopf ist eine der am häufigsten von Schuppenflechte betroffenen Körperstellen – und die Psoriasis capitis, wie die schuppenden, geröteten und juckenden Partien auf der Kopfhaut medizinisch genannt werden, lässt sich kaum verbergen. Meist zieht sich der Rand der erkrankten Hautpartie ein wenig in die Stirn hinein, über den behaarten Kopf hinaus – dies grenzt die Schuppenflechte auch vom seborrhoischen Kopfhautekzem ab, bei dem ausschließlich die behaarte Kopfhaut befallen ist.

Leidensdruck und Stress für die von einer Psoriasis des behaarten Kopfes betroffenen Menschen sind oftmals hoch. Da aber Stress und das emotionale Befinden wiederum Einfluss auf den Zustand der Haut nehmen, kann eine Art Teufelskreis entstehen, der immer wieder für den nächsten Schub sorgt und den es daher zu durchbrechen gilt.

Die Behandlung geschieht zum einen durch Pflege der betroffenen Hautpartien, die „topische“ Therapie, wie man sie fachsprachlich bezeichnet – auch Hausmittel erzielen hier gute Ergebnisse.

Die zweite Säule der Therapie einer Schuppenflechte am Kopf ist wie bei anderen Formen der Psoriasis die innerliche, die „systemische“. Eine Behandlung, die von innen heraus auf den gesamten Organismus abzielt, dessen Störung sich schließlich auf der Kopfhaut niederschlägt. Auch hier sind Naturheilmittel die erste Wahl, bevor in schwereren Fällen zum Medikament gegriffen wird. Wer schon Medikamente nimmt, kann mithilfe natürlicher Mittel versuchen, die Dosierung der oft mit Nebenwirkungen einhergehenden Arzneien in Absprache mit dem Arzt zu verringern.

Ergänzend empfiehlt sich aber auch eine Betrachtung der Psyche und des gesamten Lebensstils inklusive der Ernährung. Frische, abwechslungsreiche Kost mit einem nicht allzu hohen Anteil tierischer Produkte sowie Ruheinseln und gute Strukturen im Alltag, ausreichend Schlaf und Bewegung sind hier die Stichworte.

Äußerlich gegen die Schuppenflechte am Kopf – Hausmittel probieren!

Die äußerliche Behandlung einer Psoriasis capitis ist nicht immer die praktischste – sind doch die Haare im Weg oder aber werden durch die aufgetragenen Mittel in Mitleidenschaft gezogen. Kommt es durch die schuppige Haut zu Haarausfall, so ist dieser in den allermeisten Fällen allerdings vorübergehend: Die z.B. mit den entfernten Plaques ausgegangenen Haare wachsen wieder nach.

Olivenhain
Die Polyphenole der Olive wirken als Naturheilmittel gegen Schuppenflechte – ob äußerlich oder innerlich
  1. Olivenöl: Das ist ein Klassiker. Erwärmen Sie sanft ein wenig Öl und tragen Sie es am Abend, wenn Sie nichts mehr vorhaben, mit einer zarten Massage auf die betroffene Kopfhaut auf. Befestigen Sie ein Frotteehandtuch um ihren Kopf und lassen Sie das Öl, die pflegenden Lipide und Polyphenole darin, möglichst über Nacht einwirken. Morgens können Sie das Haar dann mit einem milden, hochwertigen, nicht parfümierten und silikonfreien Shampoo waschen, und es sollten sich Schuppen lösen. An gut erreichbaren Stellen können Sie gezielt, aber vorsichtig mit dem angewärmten Olivenöl etwaige Schuppen abblättern. Danach die Haut noch einmal mit Olivenöl betupfen.
  2. Saure Rinse: Diese saure Spülung hilft vielen Patienten gegen den Juckreiz und sorgt zudem – bei nicht zu häufiger Anwendung – für glänzendes Haar. Dazu mischen Sie einen Liter Apfelessig mit einem Liter Wasser und spülen nach der Wäsche Kopfhaut und Haar damit. Nicht auswaschen.
  3. Salzwasser: Urlaub am Meer ist immer schön, für Patientinnen und Patienten mit Schuppenflechte am Kopf aber noch einmal schöner, denn hier gehen die Hautsymptome oft stark zurück. Simulieren Sie die Urlaubszeit zu Hause mit einer Salzwasserspülung. Dazu mindestens drei Esslöffel körniges Meersalz in einem Liter Wasser auflösen. Damit nach dem Waschen die Kopfhaut spülen, eine halbe Stunde einwirken lassen und mit warmem Wasser wieder ausspülen.
  4. UV-Licht: Viel Zeit an der frischen Luft und ohne Kopfbedeckung einplanen. Denn UV-Licht hilft!
  5. Sonnenbrand: Den allerdings gilt es zu vermeiden. Der wiederum ist nämlich möglicher Auslöser einer Schuppenflechte.
  6. Koebner-Effekt und Haarstyling: Der Koebner-Effekt ist ein in der Dermatologie bekanntes Phänomen, bei dem durch Reizung der Haut bei einer Anfälligkeit dafür neue Psoriasis-Plaques entstehen. Die Reizungen gehen dabei von eben Sonnenbrand und Tätowierungen über Reibestellen zum Beispiel durch Brillenbügel bis hin zu Bisswunden. Aber auch leichte Irritationen wie Kratzen oder grobes Haarekämmen können schaden. Ein psoriasisfreundliches Haarstyling ist also eines, das ohne Spray, Färben, Ziehen und Ziepen auskommt.
  7. Gegen trockenes Haar: Da einige der Anwendungen gegen die Schuppenflechte auf der Kopfhaut das Haar langfristig austrocknen, sei auch hier wieder auf das Olivenöl verwiesen, das dem entgegenwirkt. Alternativ können Sie für die Haare auch eine überreife Banane zerdrücken, etwas Honig untermischen, das Ganze als Haarpackung etwa 20 Minuten einwirken lassen. Ausspülen.
Mahonie - Naturheilmittel gegen Psoriasis
Aus der Mahonie lässt sich leicht selbst eine Emulsion zum Auftragen auf den Kopf herstellen
  1. 8. Mahonie: In Studien hat sich die Mahonie als Heilpflanze wirksam gegen Psoriasis, auch der des Kopfes, erwiesen. Eine Emulsion mit Mahonie können Sie äußerst leicht selbst herstellen – es sind nur zwei Zutaten, die Sie zusammen in einen Topf werfen: Sie ernten zunächst einige Wurzeln und Zweige der Mahonie, und zwar am besten im Herbst, denn dann ist ihr Alkaloidgehalt besonders hoch. Mahonien finden Sie im Gartencenter und können Sie dann im eigenen Garten oder im Kübel auf dem Balkon ziehen. Oder aber Sie schlagen im nächsten Park zu. Übrigens gehört die Mahonie auch zu den Vogelschutz- und Bienennährgehölzen, Sie tun mit der Pflanzung also auch der bedrohten Natur etwas Gutes.
    Schaben Sie nun die Rinde der Pflanzenteile ab und geben Sie sie zusammen mit etwas Kokosöl in einen Topf. Einmal kurz aufkochen lassen. Das Gemisch lassen Sie dann abgedeckt einen Tag lang stehen, erwärmen es erneut und seien es durch ein Sieb in einen geeigneten Tiegel (oder Marmeladenglas) ab. Sie können es anschließend im Kühlschrank aufbewahren. Für die Verwendung müssen Sie jeweils die gewünschte Menge entnehmen und anwärmen. Dadurch wird die Heilsalbe flüssig genug, um sich gut auf der von den Plaques betroffenen Kopfhaut verteilen zu lassen. Über Nacht mit einem Tuch umwickelt einwirken lassen, morgens mit einem milden Shampoo auswaschen. Die Emulsion funktioniert natürlich auch für andere von der Psoriasis heimgesuchte Körperstellen.

Von innen der Kopfhaut-Psoriasis entgegenwirken – Hausmittel und Naturheilmittel als erste Wahl

Die Schuppenflechte des behaarten Kopfes hat ihre Ursache nicht auf der Haut, daher kann sie auch nicht allein durch eine äußerliche Therapie behandelt werden. Schuppenflechte ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem sich irrtümlich gegen die eigenen Hautzellen wendet.

Die zweite Säule der Behandlung neben der Hautpflege ist also die innerliche, die systemische Therapie. In schweren Fällen gibt es Medikamente, meist in Tablettenform, die der Arzt oder die Ärztin verschreibt. Aber zuvor können Sie versuchen, Haus- und Naturheilmittel zum Einsatz bringen – denn die Medikamente warten manchmal mit erheblichen Nebenwirkungen auf.

  1. Omega-3-Fettsäuren: Eine Omega-3-reiche Ernährung mit frischen See- und Kaltwasserfischen ist gut für eine gesunde, durchfeuchtete Haut: Makrele, Hering oder Wildlachs. Alternativ wählen Sie ein (hochwertiges!) marines Omega-3-Produkt wie Lyprinol®.
  2. Leinöl: Zwei Esslöffel kaltgepresstes Leinöl am Tag im Salat, über den Kartoffeln oder einfach so können gegen den Juckreiz helfen.
  3. Vitamin A:  wirkt bei Bildung, Schutz und Regulierung der Kopfhaut mit, außerdem ist es wichtig für das Immunsystem. Daher ist eine gute Vitamin-A-Versorgung für Schuppenflechtepatienten zentral. Die erreichen Sie über den Verzehr insbesondere von Grünkohl, Spinat, Möhren oder Süßkartoffeln.
  4. Biotin und Vitamin B2: Letzteres wird auch Riboflavin genannt und ist ebenso wichtig für eine gut mit Feuchtigkeit versorgte Haut. Ein praktischer und gesunder Lieferant sind Mandeln. Besonders praktisch: Mandeln enthalten zudem Biotin, einen weiteren Stoff, an dem es Hautpatienten auf keinen Fall mangeln sollte. Weitere Biotinlieferanten sind Erdnüsse, Walnüsse oder auch Haferflocken.
  5. Wieder Olivenöl: Nehmen Sie ein hochwertiges kaltgepresstes Olivenöl zu sich, gern in rauen Mengen, so lange Sie keine Probleme mit dem Körpergewicht haben. Denn die Polyphenole der Olive wirken in hohem Maße entzündungshemmend und immunmodulierend
  6. Alyvium®: Alternativ greifen Sie zu Alyvium®, einer Nahrungsergänzung, die eine speziell für die Hautgesundheit konzipierte Kombination von Olivenpolyphenolen sowie Vitamin A, B2 und Biotin enthält.

Ein hautfreundlicher Lebensstil – gut für den Kopf

Im Sinne einer ganzheitlichen Behandlung der Schuppenflechte des Kopfes lohnt sich eine Betrachtung des Alltags. Schlaf, Stress, Ernährung sind Stellschrauben an denen Sie drehen können, um die Plaques auf dem Kopf abheilen zu lassen.

  1. Fetthaltige tierische Produkte: sind schlecht für die psoriatische Kopfhaut, denn sie enthalten die entzündungsfördernde Arachidonsäure. Insbesondere Schmalz, Leber, Leberwurst und Speck sollten Sie meiden, andere tierische Produkte in Maßen verzehren – abgesehen von Fisch, bei dem Sie zugreifen können (Ausnahme Tunfisch, der ebenfalls einen hohen Gehalt an Arachidonsäure hat).
  2. Pflanzenöle: Sonnenblumenöl oder Maiskeimöl sind ebenfalls entzündungsfördernd, denn der Körper stellt aus der darin enthaltenen Linolsäure wiederum die schädliche Arachidonsäure her. Da Menschen mit einer Kopfhaut-Psoriasis ein erhöhtes Risiko für eine entzündliche Beteiligung der Gelenke in Form einer Psoriasisarthritis haben, ist die Vermeidung von Arachidonsäure doppelt nützlich: Für Gelenkpatienten gelten die gleichen Ernährungsempfehlungen wie für Schuppenflechtepatienten. Alternativen zum Kochen und Braten sind natürlich das Olivenöl oder aber auch Rapsöl.
  3. Nikotin, Alkohol und Zucker: bringen die Schuppenflechte zum Blühen.
  4. Sport gegen die Fatigue: Melden Sie sich für regelmäßige Sportangebote an. Bewegung wirkt gegen die Fatigue, unter denen Schuppenflechte-Patienten mitunter leiden. Ein regelmäßiger Termin hilft gegen den durch die Erkrankung gestärkten inneren Schweinehund.
  5. Schlaf: Legen Sie Priorität auf ausreichend Schlaf – auch wenn der Juckreiz bisweilen das Schlafen erschwert. Ein dunkles, ruhiges, gut durchlüftetes Zimmer, vor der Bettgehzeit keine Bildschirmzeit und eine abendliche Behandlung gegen den Juckreiz sind schon einmal gute Voraussetzungen.
  6. Stress: Die gezielte Eindämmung von Stressfaktoren im Alltag ist für jeden Menschen wichtig, aber für Psoriasispatienten essenziell. Die Psyche hat einen großen Einfluss auf den Zustand der Haut. Kurse für Stressbewältigung werden oftmals auch von der Krankenkasse bezuschusst – fragen Sie nach!

Die Behandlung der eigenen Psoriasis ist immer eine Geschichte von Trial and Error, eine Geschichte des Ausprobierens und wieder Verwerfens, aber auch oft der wohltuenden Erfahrung von Linderung und Heilung. Dabei hilft oft dem einen nicht, was dem anderen aber hilft. Ein Mittel, das für einige Zeit wirkt, verliert diese Wirkung eventuell irgendwann, und der Patient, die Patientin muss etwas Neues probieren. Versuchen Sie daher, die Geduld zu behalten im Umgang mit dieser Ihrer Herausforderung. Und versuchen Sie es erst mit den sanften Mitteln, bevor Sie zu den stärkeren greifen.

In diesem Sinne ist auch dieser Artikel über Haus- und Naturheilmittel zur Therapie einer Psoriasis capitis zu verstehen, der natürlich einen Besuch bei der Dermatologin, dem Dermatologen nicht ersetzt.